Verkürzte Zahlungsfristen für Sozialabgaben

Die Verkürzung der Zahlungsfrist für die Sozialabgaben von der Mitte des Folgemonats auf das Ende des laufenden Monats ist jetzt beschlossene Sache.

Der Bun­des­tag hat mit den Stim­men der Koali­ti­on dem Gesetz zur Ver­kür­zung der Zah­lungs­fris­ten für die Sozi­al­ab­ga­ben zuge­stimmt. Mit die­sem Gesetz will Sozi­al­mi­nis­te­rin Schmidt das Finanz­loch in der chro­nisch klam­men Ren­ten­kas­se stop­fen, das sich wegen der schlech­ten Kon­junk­tur auf­ge­tan hat. Die Oppo­si­ti­on hat bereits signa­li­siert, dass sie dem Gesetz im Bun­des­rat zustim­men will — nicht zuletzt des­halb, weil sie selbst kei­ne bes­se­re Idee hat, wie die Liqui­di­tät der Ren­ten­ver­si­che­rung zu sichern wäre.

Das Gesetz sieht vor, dass die Arbeit­ge­ber ab dem 1. Janu­ar 2006 die Bei­trä­ge zur Sozi­al­ver­si­che­rung ein­heit­lich “in vor­aus­sicht­li­cher Höhe der Bei­trags­schuld spä­tes­tens am dritt­letz­ten Bank­ar­beits­tag des Monats” zah­len müs­sen. Rest­be­trä­ge aus höhe­rem oder nied­ri­ge­rem Lohn wer­den mit der Zah­lung im Fol­ge­mo­nat ver­rech­net. Momen­tan ist die Fäl­lig­keit noch etwas kom­pli­zier­ter gere­gelt und rich­tet sich danach, wann der Lohn aus­ge­zahlt wird. In den meis­ten Fäl­len müs­sen die Sozi­al­bei­trä­ge am 15. des Fol­ge­mo­nats bezahlt wer­den.

Die Geset­zes­än­de­rung bedeu­tet also in der Regel, dass die Unter­neh­men die Bei­trä­ge um rund 20 Tage frü­her Zah­len müs­sen. Nach den Berech­nun­gen des Minis­te­ri­ums ent­spricht das einem Zins­nach­teil von 400 Mil­lio­nen Euro für die gesam­te deut­sche Wirt­schaft, aller­dings sieht man dort die ein­zi­ge Alter­na­ti­ve in der Erhö­hung des Bei­trags­sat­zes. Immer­hin wer­den die Unter­neh­men durch die Erhe­bung der “vor­aus­sicht­li­chen Bei­trags­schuld” nicht gezwun­gen, ihre Lohn­ab­rech­nun­gen eben­falls frü­her abzu­schlie­ßen, son­dern hier wie gewohnt ver­fah­ren.

Für vie­le Unter­neh­men bedeu­tet das, dass sie im Monat der Umstel­lung, also im Janu­ar 2006, zwei­mal Sozi­al­ab­ga­ben zah­len müs­sen — am 15. für den Dezem­ber 2005 und am 27. für den Janu­ar 2006. Damit auch Unter­neh­men mit enger Finanz­la­ge im Monat der Umstel­lung nicht über Gebühr belas­tet wer­den, ent­hält das Gesetz eine Über­gangs­re­ge­lung: Kann ein Unter­neh­men die Bei­trä­ge für Janu­ar nicht zum 27. Janu­ar 2006 zah­len, dann muss es die­se in sechs Monats­ra­ten jeweils mit den Bei­trä­gen für Febru­ar bis Juli 2006 zah­len.